Goldaline. Eine Art Alaska.
Zwei Stücke über Liebe und Trennung, Hoffen und Aufwachen
inspiriert von Anne Frank, Harold Pinter und Neutral Milk Hotel
Ein Abend, zwei Begegnungen.
Auf der Schwelle zwischen Träumen und Wachen trifft ein Musiker auf eine junge Frau, die ebenso verloren scheint wie er. Sie beginnen ein Gespräch über Hoffnungen, Träume und die Liebe. Doch ihre verborgenen Sorgen und Ängste drohen ihnen im Weg zu stehen.
An einem anderen Ort wacht eine Frau auf und ein fremder Mann sitzt an ihrer Seite. Sie kennt ihn nicht, doch er sie sehr gut. Sie hat 29 Jahre geschlafen und er ist 29 Jahre an ihrer Seite geblieben. Es ist eine andere Zeit und sie sind andere Menschen. Wer sind sie? Und was können sie sein, jetzt, wo sie aufgewacht ist? Welche Träume enden und welche werden bleiben?

Goldaline. Eine Art Alaska. ist die erste Produktion von epikur hotel | theater.raum.bild.. Die beiden Teile des Abends wurden zuerst als voneinander unabhängige Kurzstücke auf dem Mini-Festival bEATPLANTATIOn im August 2010 aufgeführt. Die weitergehende Beschäftigung mit dem Stoff führte zur Verschmelzung seiner beiden Teile: Goldaline. Eine Art Alaska. ist eine Reise am Rande des Aufwachens. Eine sinnliche Erfahrung, in der Worte mit Erinnerungen, Bewegung, Fotografie und Musik verschmelzen.
Regie Michael Masberg
Bühne Stefanie Dellmann
Fotografie/Video Miriam Sadowski
Kostüme Anna Ignatieva
Premiere als Doppelstück am 16. Oktober 2010 im Theater im Depot (Dortmund)
Premiere als Einzelstücke am 28. August 2010 auf der bEATPLANTATIOn (Druckluft Oberhausen)
Songs for Drella
Ein theatrales Konzert
1989 erschien das Konzeptalbum Songs for Drella der beiden verfeindeten Köpfe von Velvet Underground, Lou Reed und John Cale. Es war ihre erste Zusammenarbeit seit 1972 und entstand in Erinnerung ihres Mentors Andy Warhol, der zwei Jahre zuvor an einer vermeintlich harmlosen Gallenblasenoperation verstorben war. ‘Drella’ war der Spitzname für Warhol, zusammengezogen aus ‘Dracula’ und ‘Cinderella’.

(c) Friedrich Frett Holstein
Songs for Drella ist ein theatralisches Konzert, eine intensive Auseinandersetzung von Kunst, Musik und Theater bis hin zur Verweigerung. Vier Musiker und ein Sänger-Schauspieler holen die Kraft, die Verachtung und die Liebe auf die Bühne, die Reed und Cale aus ihrer Beziehung zu Warhol geschöpft haben.
Songs for Drella ist eine mobile Produktion, die ihre kraftvolle Musik auch an überraschende Orte tragen wird.
von und mit Otto Beatus und Jürgen Sarkiss
Band Tom Block, Peter Engelhardt, Jan Sebastian Weichsel
Szenische Mitarbeit Michael Masberg
Kostüme Mona Ulrich
Dramaturgie Rüdiger Bering
Dauer 1 Stunde. Keine Pause
Premiere am 11. März 2010 am Theater Oberhausen
Sauerstoff
von Iwan Wyrypajew | Textfassung von Michael Masberg
aus dem Russischen von Stefan Schmidtke
Faith, you're driving me away
You do it everyday
You don't mean it but it hurts like hell
My brain says I'm receiving pain
A lack of oxygen from my life support
My iron lung
We're too young to fall asleep
Too cynical to speak
We are losing it, can't you tell?
We scratch our eternal itch
A twentieth century bitch
And we are grateful for our iron lung
—Radiohead, »My Iron Lung«
In seinem zweiten dramatischen Text zeichnet der 1974 in Irkutsk geborene russische Regisseur, Schauspieler, Dramatiker und Drehbuchautor Iwan Wyrypajew das Bild einer Generation auf der Suche nach seiner Identität. Geprägt durch die eigenen Erfahrungen in einer Gesellschaft im Umbruch, hinterfragt er die Verheißungen einer religiösen Lehre. Die Bergpredigt des Jesus von Nazareth liefert die Stichworte für die Suche zweier junger Menschen nach gültigen Werten und moralischem Halt. Letztlich suchen sie vor allem aber einander und sich selbst. Im Zentrum steht die simple Erkenntnis, dass jeder Mensch zum Überleben Sauerstoff braucht – und die Frage, was für einen selbst diesen Sauerstoff ausmacht.
mit Angela Falkenhan / Gabriela Ryffel / Caspar Kaeser
Gitarre Alessandro Marra
Regie Michael Masberg
Bühne Stefanie Dellmann
Kostüme Anna Ignatieva
Dramaturgie Tilman Raabke
Dauer 1 Stunde. Keine Pause
Premiere am 6. Februar 2010 am Theater Oberhausen
Die Stimmen der Presse
»Regisseur
Michael Masberg setzt die verrückte Suche junger Leute nach dem Sinn
des Lebens rasant in Szene. Die Stichworte liefert – eine geniale Idee
– anders als in der Originalfassung die dritte Person (Gabriela
Ryffel), die, in Weiß gekleidet und geschminkt, an als Statuen
verkleidete Studenten erinnert, die man im Sommer häufig in den Citys
der Großstädte trifft. Wie kann jemand bestraft werden, wenn er sich
nicht an seine Tat erinnert? Dieser Aspekt kommt sehr witzig rüber,
denn er und sie mutieren zu Marionetten. Warum lohnt es sich, dieses
Stück zu sehen, das uns, sollten wir auch nur einen logischen Gedanken
entdecken, auffordert, lieber ins Ballett zu gehen? Antwort: Es macht
Spaß, es zu sehen. Es ist rasant, füllt die kleine Bühne prächtig, dank
gelungener Ausstattung (Stefanie Dellmann) und Dramaturgie (Tilman
Raabke). Angela Falkenhan und Caspar Kaeser glaubt man die
Jugend-Suchenden, Ungeduld, Hitzigkeit, Aufbegehren, Gabriela Ryffels
Schrei geht durch Mark und Bein. Es ist ein ungewöhnliches
Zuschauererlebnis, dass keine Zeit lässt, Luft zu holen und uns nach
knapp einer Stunde wieder entlässt.«
—Gudrun Mattern, WAZ, 08. Februar 2010
»Iwan Wyrypajew, so heißt es, wird in
seiner Heimat Russland bereits als ‘Kultautor’ gehandelt. Am Theater
Oberhausen bekommt das Publikum eine Ahnung davon, dass dieses
verehrende Etikett gerechtfertigt sein dürfte. Eine zutiefst
menschenfreundliche, lebensbejahende Philosophie also wird hier
entworfen, die Wyrypajew herausfordernderweise an einer Geschichte von
Mord und Totschlag festmacht. Glückliche Menschen, so scheint es, sind
gefährlich – wenn sie das, was sie glücklich macht, bedroht sehen, wenn
man ihnen den Sauerstoff abdreht.«
—Helen Sibum, NRZ, 08. Februar 2010
»Der
russische Autor Iwan Wyrypajew bildet einen Strudel aus
Moralvorstellungen und christlichen Geboten und stellt ihm den nicht
enden wollenden Drang nach Freiheit gegenüber. Michael Masberg gelingt
es in Oberhausen, durch eine dichte und originelle Inszenierung den
Zuschauern den unkonventionellen Text nahe zu bringen. Drei
spielfreudige Schauspieler führen durch die kurzweilige Aufführung.«
—Melanie Mädgefrau (Heinz Magazin, April 2010)